@JAGUAR – ICH VERMISSE SINNLICHKEIT

Jul 19, 2018 | LAUT GEDACHT

@JAGUAR Interessenten
Die schlechte Nachricht zuerst:

Jaguar ist kein Mercedes Benz, kein BMW und auch kein Audi.

Und jetzt die gute Nachricht: Jaguar muss nicht Mercedes Benz, BMW oder Audi sein.

Jaguar Logo - Alles, was Sie von einem Fahrzeug erwarten können.
Jaguar XJ - Sinnlichkeit satt

JAGUAR BEWEGT NICHT NUR VON A NACH B

In all der Zeit, da wir unsere Mobilität mit Fahrzeugen der Marke Jaguar gestalten und geniessen, insbesondere seit der Übernahme durch TATA und der damit verbundenen neuen Design-Ära, vermisse ich in der (Werbe-)Kommunikation von Jaguar eine Sache sehr: Sinnlichkeit.

Ich werde dieses Jahr 48 Jahre alt. Ich habe eine technische Ausbildung hinter mir und ich habe viel Verständnis für Technik. Bei Jaguars Bewerbung neuer Produkte bleibt mein Auge gern an der grandiosen Bildersprache haften. Hingegen die Flut der technischen Erläuterungen erschlägt und langweilt mich gänzlich.
Was ich die gesamte Zeit in der aufwändig gestalteten Werbebotschaft vermisse, ist die direkte Ansprache, das Miteinbeziehen des weiblichen Geschlechts. Es scheint, dass Frauen nicht das Zielpublikum von Jaguar sind. Sollte dies so sein, dann ist das meiner Meinung nach eine fatale Entscheidung.

JAGUAR & FRAUEN

Der Auftritt der JAGUAR Land Rover Schweiz AG als Presenting Sponsor bei der Veranstaltung von The League of Leading Ladies, kurz & knapp dargestellt auf der Facebook Fanseite von Jaguar Schweiz (zufällig einst gesehen), erscheint mir eher als eine Alibi-Übung als das, was ich so sehr vermisse: die Nähe der Marke zu (Männer sollten das wissen) der Konsumentengruppe, die mehrheitlich und letztendlich entscheidet.
Etwas mehr Hintergrundinfos, wie sich hier Jaguar Schweiz engagiert oder zumindest einige Bilder zur Veranstaltung selbst wären sehr wünschenswert gewesen. Stattdessen werde ich mit lediglich drei Fotografien mit geparkten Fahrzeugen vor dem Hotel abgespiesen. Das ist einfache Pflichtübung als Post für Facebook zu verstehen – keine Kür. Damit gewinnt man keine Preise. Langweilig. Schade.

All good. True.

Ein Beitrag geteilt von Swiss Made Life (@dudlerdmedia) am

ALLES GESCHMACKSACHE?

Selbstverständlich respektiere ich die Wahl der Werbestrategie. Und natürlich verstehe ich nur zu gut, dass der persönliche Geschmack dabei eine Rolle spielt.

Entweder man liebt das, was man zu sehen bekommt und überlässt die Stimulanz der Sinne dem Werbenden oder aber man ignoriert bewusst sämtliche Versuche des Anbieters Einfluss auf die Wahl der eigenen Mobilität zu nehmen.

DIE WERBEWELT VON JAGUAR IST MÄNNLICH.

Klar, der Autohersteller kann mit Stolz auf eine glänzende Rennsport-Historie zurück blicken. Autorennsport war und ist männlich besetzt. Dagegen habe ich wenig einzuwenden – es kümmert mich nicht.

Anders verhält es sich, wenn ich mich von der mit Leistung geladenen Triebwerken loslöse und einen Moment auf der Seite des luxuriösen Dahingleiten verweile.

Hier fehlt mir in der Werbesprache des Herstellers die Darstellung der Sinnlichkeit. Hier wird die Sehnsucht nach Luxus und Entspannung kaum bedient. Hingegen präsentiert mir Jaguar (irgendwo auf YouTube gesehen) in einem bunten Video ein belangloses Wettrennen eines Food-Lieferservices, welches zwischen einem Fahrrad und einem Jaguar XJ durch Mumbai ausgetragen wird. Ich verstehe das nicht. Ich sehe mich hier nicht. Ich will nicht mit einem Pizzakurier um die Wette durch Zürich fahren. Was hat denn dieses Bild mit der Marke Jaguar gemeinsam?

F-PACE – SO ENTTÄUSCHEND UND NICHT SO ALIVE. SORRY.

Lange Zeit haben wir uns – meine Ehefrau und ich, auf den ersten SUV von Jaguar gefreut. Wir haben uns gern und ausgiebig von den Bildern und Werbefilmchen berieseln lassen. Was für ein Auto! Welch ein Anblick des Innenraums! Fantastisch. Das müssen wir haben. Was letztendlich aus den Produktionshallen auf den Markt kam, war alles andere als herzerwärmend. Leider.

Im letzten Schritt hat wohl die Verkaufsstrategen der Mut verlassen.
Statt des ursprünglich sehr innovativen Innenlebens des F-PACE, präsentiert Jaguar einen SUV mit einem Innenraum eines XE oder XF – ich kann die beiden Fahrzeuge kaum auseinander halten.

Well, jedenfalls wurde hier eine Mittelkonsole „von der Stange“ verbaut. Wenn es so sein muss, weshalb denn nicht ein Abbild eines XJ? Wäre der SUV mit dem Innenraum der Studie wirklich so unverkäuflich, da seiner Zeit deutlich voraus? Und falls ja, dann muss die Frage erlaubt sein, ob Jaguar ein Mercedes Benz, ein BMW oder ein Audi sein will. Nichts gegen diese drei Deutsche Automarken, damit wir uns nicht falsch verstehen.

Jaguar ist aber keine Deutsche Automarke und hat eine andere Klientel. Hier werden Nischen bedient. Nischen aber befriedigt man mit Aussergewöhnlichem und vor allem mit viel Sinnlichkeit. Ich vermisse das sehr – hab ich das schon erwähnt?

JAMMERN AUF HOHEM NIVEAU

Klar doch! Es jammert sich auch so vorzüglich, weit oben über den Dingen stehend. Aber Spass bei Seite. Gibt es auch Lob und Gutes zu berichten? Selbstverständlich! Sogar eine eigene & ganze Website wert! Unbedingt besuchen.